Taborfest 2013

Unser Fest begann schon am Donnerstagabend. Mit unterschiedlichen Wünschen und Erwartungen haben sich 35 Personen auf den Weg gemacht, um an den Besinnungstagen vor dem Taborfest teilzunehmen.

Unser Jahresmotto

„Geht, ich sende euch!“

 

stand über diesen Tagen. Mit Pater King, der uns begleitete, feierten wir noch am Anreisetag eine hl. Messe. Bei der Ankommrunde tauschten wir die Wünsche und Erwartungen aus, die wir unsichtbar in unseren Koffern hatten: Impulse, Anregungen für den Alltag, Gemeinschaft erleben, gemeinsam singen, beten und reden … etc. Gebetet hatten wir schon gemeinsam und gemeinsam reden haben wir sofort umgesetzt. Schwester Maribirga erzählte uns von den Ereignissen der Schönstätter Gebetsgemeinschaft im letzten Jahr, besonders einige Eindrücke vom Eucharistischen Kongress und wie die Anbetungsschwestern und unsere Gebetsgemeinschaft sich eingebracht haben. Es hat uns nicht nur brennend interessiert, sondern auch sehr beeindruckt.

Die nächsten Tage verliefen nach bewährtem Muster: Impuls - stille Zeit - Austausch in Kleingruppen - Gebetszeiten und nicht zuletzt freie Zeit.

Pater King gab in seinen Impulsen wertvolle Hinweise zum Gebet. Das mündliche Gebet ist uns allen bestens vertraut, und wir besitzen alle einen großen Schatz von mündlichen Gebeten für viele Situationen unseres Lebens.

Die Einübung ins Gebet und die Treue führt uns langsam zum Herzensgebet. Es kann beginnen mit dem Aufschreiben von persönlichen Gebeten. Vor allem aber auch in unseren Gebetszeiten nichts wollen, nichts machen oder Gefühle erzwingen wollen. Einfach da sein und das, was in der Seele schwingt, zum Klingen bringen. Das ist so vielfältig wie unser Leben und wird immer wieder Lob, Dank, Preis und auch Bitte beinhalten. Eine gute Hinführung kann sein, dass wir täglich die positiven Erfahrungen des Alltags sehen lernen, unser Augenmerk bewusst darauf richten. Es ist viel mehr, als wir vermuten, und lässt eine dankbare Haltung in uns wachsen.

In Zeiten der Not, in Krankheit und Unsicherheit können auch mündliche Gebete zum Herzensgebet werden, wenn wir z.B. das „Vaterunser“ Wort für Wort betrachten. Was klingt in der augenblicklichen Situation in dem Wort „Vater“ alles mit!

Auch das betrachtende Gebet sollte seinen Platz in unserem Alltag haben. Wir können nicht viele Stunden dafür verwenden, aber täglich 10 Minuten wären sicher möglich. Es geht nicht um die Betrachtung theologischer Inhalte, sondern um das Nachkosten meiner Gottesbegegnungen. Wo und wie oder wodurch ist mir ganz konkret Gott begegnet? Wir müssen wieder lernen, Gott zu entdecken und zu spüren.

Dieses Einüben des Gebets, des Wandels mit Gott, führt uns mit Hilfe der Gnade zum Gebet der Einfachheit. Dass ich einfach ausruhen kann bei Gott, in einem Gedanken, in einer Regung meines Herzens bei ihm ausruhe.

Beten ist etwas, was der ganze Mensch vollzieht, mit Leib und Seele. So gehört auch der Körper dazu, und wir können durch Körperhaltungen auch unsere innere Haltung Gott gegenüber ausdrücken, dass der ganze Mensch zu Gott in Beziehung tritt.

Das Gebet hat aber auch die andere Dimension, dass wir für andere beten. So gab Herr Pater King noch Anregungen zum Fürbittgebet und Gebet der Stellvertretung.


Die Zeiten der Stille nach den Impulsen waren wertvoll, weil wir so es ganz persönlich auf uns anwenden konnten. Wir entdeckten viele Schätze für uns ganz persönlich und im Austausch in den Kleingruppen, auch viele Schätze, die unsere Gebetsgemeinschaft birgt und uns schenkt.

Es seien nur einige genannt:

  • Verbundenheit im Gebet untereinander und mit den Anbetungsschwestern
  • Sonnenmonstranz
  • Taborfest und Taborikone
  • Impulse im Rundbrief
  • Angebot an Exerzitien, Besinnungstage

Überlegen Sie einmal, was Ihnen noch einfällt. Vielleicht können wir im nächsten Jahr uns in den Rundbriefen ein wenig darüber austauschen, wie wir diese Schätze bewahren und vermehren können.

 

Etwas Neues und Originelles zog sich auch durch unsere Besinnungstage: das Pilgern. Wir berichteten im letzten Rundbrief darüber. Wer sich noch näher damit befassen will, der kann sich unter www.pilgerwege-schoenstatt.de informieren.

Frau Maas brachte uns diese Pilgerströmung näher. Für viele ältere und kranke Menschen ist das Pilgern im eigentlichen Sinn nicht mehr möglich, aber wir können auch unsere kleinen Alltagswege auswerten, z.B. die Wege in der Wohnung als Pilgerweg gehen. Kilometer sammeln zu bestimmten Orten, Bildern und diese als Pilgerweg opfern und anderes mehr. Eine andere Möglichkeit ist auch, die Pilgerwege durch mein Gebet zu begleiten. Wie Maria über das Gebirge ging, gehen wir durch unser Leben und begleiten den Pilgerstrom, indem wir beten: „den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast“.

Frau Maas regte uns aber auch zu einem wirklichen Pilgermarsch an. Es waren „nur“ 2 km zum Urheiligtum, aber für manche von uns eine echte Leistung. Wer das zu Fuß nicht bewerkstelligen konnte, der pilgerte mit dem Auto. Ein vom Bewegungsleiter ausgeliehener Pilgerstab begleitete uns, und an zwei Wegstationen trafen sich alle Pilger zur kurzen Meditation.

Den Abschluss bildete die Gebetszeit im Urheiligtum. Wir nahmen unser Bünd­nisbuch mit dorthin. Geis­tig mit allen Mitgliedern verbunden er­neuerten wir hier unser Liebesbündnis. Mit dem Abend­segen endete dieser reich gefüllte Tag.

 

Alle, die das Pilgern erfasst und begeistert hatte, waren in der Mittagszeit eingeladen, einen persönlichen Pilgerstab zu basteln für das Hausheiligtum. So entstanden originelle Stäbe mit dem Kreuz der Einheit, einer MTA-Medaille und persönlichen Zeichen. Am Sonntag wurden sie und die Träger dieser Stäbe im Anbetungsheiligtum gesegnet und ausgesandt.

Anregungen gaben wir uns auch bei einem Austausch, wie wir das Liebesbündnis für die Menschen unseres Landes praktisch umsetzen können. Dazu siehe die Artikel in diesem und im letzten Rundbrief.

Mit der Anbetungszeit am Samstagabend und einem frohen Abschluss leiteten unsere Besinnungstage zum Taborfest über.

 

„Gut, dass wir einander haben“ schallte es laut zur Begrüßung am Festtag durch die Räume des Anbetungshauses, in dem wir wieder Gast sein durften, um gemeinsam zu feiern und zu beten. Nach der Begrüßung durch Schwester M. Dorithee, der Provinzoberin der Anbetungsschwestern, stimmte uns Schwester Maribirga mit einem Vortrag auf den Tag ein. „Wir beten an den Gott der Altäre“. Dieses Thema, das eines unserer Beiträge zum Eucharistischen Kongress war, schenkte uns wieder Anregung für unsere Aufgabe. In diesem Rundbrief finden wir eine Zusammenfassung des Vortrages.

 

Der wunderschön gestaltete Gottesdienst in der gut gefüllten Hauskapelle der Anbetungsschwes­tern entsprach unserer Festtagsstimmung und vereinte uns auch geistig mit allen, die nicht vor Ort waren, als Gebetsgemeinschaft auf dem Tabor.

Nach einem guten Mittagsmahl, in einer netten Tischgemeinschaft mit einigen Anbetungsschwestern, konnten wir vielerlei Angebote in der Mittagspause nutzen: Gelegenheit zur hl. Beichte, Besuch am Gründergrab, das stille Verweilen in der Anbetungskirche und besonders die Anbetung vor unserer Sonnenmonstranz im Anbetungsheiligtum. Auch die Singerunde oder ein Spaziergang im Garten der Anbetungsschwestern war beliebt.

 

Die heimeligen, heimatlichen Gefühle wurden noch verstärkt, als wir uns wieder alle zur Gebetszeit im Anbetungskapellchen vor der Sonnenmonstranz anbetend versammelten. Wir brachten unsere Steine des Alltags - kleine und größere Steinbrocken - als Symbol für alle Schwierigkeiten und legten vor Gott und der Gottesmutter diese Steine - unsere Sorgen ab. Nach dem eucharistischen Segen waren wir eingeladen uns vom Priester einzeln segnen und senden zu lassen: Geht, ich sende euch!

  

Für unsere im Heiligtum niedergelegten Steine wurden uns „Taborsteine“ zurückgeschenkt. Es sind kleine Leuchtsteine, die uns sagen: Alles Schwere wird gewandelt in Segen.

 

Jedes Jahr freuen wir uns auf die anschließende Kaffeerunde, wenn es dann auch bald Abschied nehmen heißt. Im Namen der Gebetsgemeinschaft bedankte sich Frau Maas bei den Anbetungsschwestern für das „nach Hause kommen dürfen“, für die Gastlichkeit und das „Mitgehen“ durch das Gebet das Jahr über.